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Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt.
(Thomas Watson)

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Der Computer - das Sprachlabor unserer Zeit?

Die Einstellungen der Lehrkräfte gegenüber dem Computer gehen weit auseinander. Das Spektrum reicht von euphorischer Bejahung, Pragmatismus über Misstrauen bis zur irrationalen Mystifizierung des Computers als einer Art "Teufelsmaschine".
In der Argumentation der Skeptiker taucht oft der Vergleich des Computers mit dem Sprachlabor auf. An die pädagogische Wirkung von Sprachlaboren beim Fremdsprachenerwerb wurden in den 60er und 70er Jahren grosse Erwartungen geknüpft. Die theoretische Grundlage dafür war der Behaviorismus, der das Lernen als planmässige Konditionierung verstand.
Viele Schulen installierten mit hohem finanziellen Aufwand Sprachlabore. Die Erwartungen wurden jedoch im Grossen und Ganzen enttäuscht und bald blieben die Sprachlabore vielerorts ungenutzt.

Vor allem KollegInnen die diesen Flop selbst miterlebt haben, erwarten für den Computer manchmal dasselbe Schicksal: Viel Lärm (bzw. Geld) um Nichts (oder zumindest wenig).

Was ging schief?
Um herauszufinden ob diese Gefahr auch für den Einsatz des Computers im Unterricht besteht, müsste das Scheitern der Sprachlabore bestätigt und nach den Ursachen gesucht werden. Eine kurze Recherche im Internet und fachspezifischen Foren bescheinigt zwar, dass Sprachlabore oft als Misserfolg gesehen werden, zeichnet jedoch was die Ursachen angeht ein differenzierteres Bild mit mehreren Ursachen - Bereichen: Da ist von "mangelnder Akzeptanz" seitens der Lehrkräfte die Rede, oder "mangelnder Lehrerausbildung". Für andere scheiterte das Sprachlabor "..da...die Technik schon bald defekt bzw. völlig überholt war und natürlich kein Geld für Reparaturen vorhanden war." Schliesslich wird als Ursache des Scheiterns auch ein mangelhaftes didaktisches Konzept gesehen, welches "heute naiv anmutet".

Ich bin der Ansicht, dass diese Schilderungen genau die Knackpunkte eines erfolgreichen ICT - Einsatzes aufzeigen:

  • Der Einsatz des Computers muss pädagogisch fundiert sein.
  • Die Ausbildung und Akzeptanz der Lehrkräfte ist entscheidend.
  • Die Funktionsfähigkeit der Geräte muss gewährleistet sein.
  • Die Lehrkräfte müssen auf technischen UND pädagogischen Support zurückgreifen können.
Es wird klar, dass es nicht genügt Computer in den Klassenzimmern zu installieren und zu vernetzen. Die technische Grundlage ist lediglich der erste Schritt. Wenn die Computer nicht das Schicksal der Sprachlabore teilen sollen, müssen die Lehrkräfte beim Einsatz unterstützt werden.

Der Computer hat einiges mit dem Sprachlabor gemeinsam. Beides sind techniklastige Medien von denen der Reiz des Neuen ausgeht. Beide Medien sind relativ teuer in der Anschaffung und erfordern Fachkenntnisse in der Bedienung.

Es gibt jedoch auch gravierende Unterschiede: Im Gegensatz zum Sprachlabor ist der Computer ein Teil der Alltagswelt. Im Gegensatz zum Sprachlabor hat er die Arbeitswelt stark beeinflusst und ist aus ihr nicht mehr wegzudenken. In der Vernetzung mit dem Internet ist der Computer das vielfältigste Werkzeug geworden das der Mensch bislang erschaffen hat.
Es fragt sich, ob diese Tatsache nicht allein schon Grund genug ist, sich mit dem Computer auch in der Schule zu beschäftigen.

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